comment 0

Impressionen der Buchmesse 2016

Falls es irgendjemand nicht mitbekommen haben sollte: Am vergangenem Wochenende war Buchmesse in Leipzig. Und weil ich als superkrasse angehende Journalistin mit meinem freshen Presseausweis dorthin durfte, werde ich euch jetzt davon berichten. (Okay. Presseausweis hatte ich weil ich in der Uni das Modul „Leipzig lauscht“ belegt habe. Aber hey: Presseausweis ist Presseausweis!)

Ankommen auf der Buchmesse.

Dadurch dass ich als PRESSE auf der Buchmesse war, musste ich Gott sei Dank nicht wie der Pöbel durch die große Eingangshalle mit all den Cosplayern, die einem mit ihren riesigen Kostümen jegliche Wege versperren (ganz ehrlich: Ich weiß tatsächlich überhaupt gar nicht, wie man ansonsten in die Hallen kommt. Ich musste mir ja dazu keine Gedanken machen. Ich war ja Presse), sondern durfte den Presseeingang benutzen. Das war auf jeden Fall schon mal recht fancy und ich hab mich ziemlich wichtig gefühlt. Außerdem waren auf dem Weg zur Akkreditierung Bäume innerhalb des Gebäudes gepflanzt! Wow! Das beweist, dass ich und die anderen dreitausend Pressemenschen auf jeden Fall super wichtig sein müssen. Ich meine: Bäume. Im Haus.

Processed with VSCO with c3 preset

Ich, nicht so beeindruckend guckend wie ich tatsächlich war

Zurechtfinden auf der Buchmesse.

Dann fing der Wahnsinn an. Die erste Halle, die man aus dem Pressebereich betritt, ist sofort Halle 1 und damit: Comic Con. Mein inneres Kind war fürchterlich aufgeregt und fand alles toll, aber dazu später mehr.
Ich musste mir erst mal den Weg zu Halle 4 bahnen. Das war schwieriger als erwartet. Nicht nur, dass ich noch nie auf einer Messe war und mich erst mal mit dem System von Hallen vertraut machen musste, nein, ich habe auch schnell gelernt, dass Messebesucher generell im Schlender-Modus unterwegs sind, was naheliegend ist, mir aber überhaupt nicht geholfen hat. Gleichzeitig war ich völlig überfordert von der schieren Masse an Dingen. Es gab so viel zu sehen! Mit mäßigem Erfolg habe ich versucht zu laufen, mir aber gleichzeitig alles anzusehen. Das führte dazu, dass ich irgendwann in jemanden reingestolpert bin, der mir einen Blick zuwarf, den ich deutete als: „Oh mein Gott! Ich bin Autor und einmal im Jahr darf ich mich wichtig fühlen! Stolper gefälligst anderen Leuten vor die Füße, du unwichtige Person.“
Ich hatte überlegt ihm hinterherzulaufen und ihm mit meinem Presseausweis im Gesicht herumzufuchteln, aber stattdessen setzte ich mich hin. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch keine 15 Minuten auf dem Messegelände. Es war erbärmlich.

Processed with VSCO with a5 preset

Ich, erschöpft an irgendeinem Stand von irgendeinem Fernsehsender

Seltsame Schätze finden auf der Buchmesse.

Das war eigentlich das Schönste. Die ganzen unfassbar beschissenen Bücher die man finden konnte. Die Buchmesse ist vollgestopft mit all den wunderbaren Self-Publisher Verlagen, die Leute dazu animieren, selbst Geld zu zahlen, damit jemand ihre absolut urkomischen, schlechten Bücher verlegt. Kann mal jemand eine Aufklärungskampagne gegen diese bösartigen Menschen starten?
Meine persönlichen Highlights:

„Abnehmen in zwanzig Minuten“. Dieses Buch verspricht, dass man nach der zwanzigminütigen Lektüre alles weiß, was man zum Abnehmen bräuchte. Es waren wertvolle Tipps enthalten, wie: Essen Sie einfach weniger! Na dann…
„Auf Leben und Tod. Mein Leben als Personenschützer Band II“ von Horst Pomplum. Eine der Referenzen zu Band I auf dem Buchrücken: „Ich war eine Ihrer Schutzpersonen und ich habe mich wiedererkannt und dem Autor viel, wenn nicht sogar MEIN LEBEN ZU VERDANKEN.“ All Caps ist hier keine künstlerische Freiheit meinerseits.
„Tod im Kanzleramt –Was wenn die Prominenz auf sich allein gestellt ist?“ Dazu ein Bild von Angela Merkel im Negativ. Traumhaft.

Mit etwas mehr Geduld hätte man bestimmt noch viel schönere Bücher finden können. Ich bin aber nicht geduldig.

 

Processed with VSCO with a6 preset

Ich, mit dem baldigem Bestseller „Geheimakte Labrador“

Freunde treffen auf der Buchmesse

Ich hatte Glück, ich bin guten Freunden teilweise einfach in die Arme gelaufen. Aber eben nicht allen.Wertvollster Buchmessetip überhaupt: Verabrede dich DAVOR. Ganz schön clever, was? Denn selbst wenn man Netz haben sollte: Dass beide Menschen verstehen, welcher Ort zum Treffen gemeint ist und am Ende nicht in entgegengesetzten Hallen stehen, ist schwieriger als man glauben sollte. Was du aber garantiert machen wirst und mir natürlich mehrmals passiert ist: Exakt der Person in die Arme laufen, auf die man gerade am aller wenigsten Lust hast. Die Buchmesse zieht tatsächlich eine Menge Arschlöcher an.
#thestrugglewasreal

Processed with VSCO with c2 preset
Ich, super excited einen Freund getroffen zu haben!

Lesungen hören auf der Buchmesse

Im Endeffekt lief ich die ganze Zeit auf der Messe herum und hatte das Gefühl, ständig das Beste zu verpassen. Es gab einfach SO VIEL gleichzeitig, ich wusste gar nicht wohin mit mir. Das führte dazu, dass ich andauernd irgendwohin kam, wo die Lesung gerade vorbei war oder es schon viel zu voll war, sodass man eh nichts sehen, geschweige denn hören würde, oder es war doch nicht das, was man erwartet hat.
Erfahrene Buchmessebesucher schütteln hier bestimmt den Kopf über meine naive Annahme, dass das Leben einfach wäre, aber gut. Ich denke mal der Trick ist, sich davor zu informieren. Aber das kann ja jeder und wo bleibt denn da der Stress, der mich am Leben hält? Eben.

Processed with VSCO with c2 preset

Ich, zu spät bei einer Vorstellung, als alle schon weg sind

Comiccon auf der Buchmesse

AAAAAH! ES IST SO AUFREGEND! Dazu muss man aber sagen, dass ich eine beachtliche Zeit meiner Kindheit und Jugend mit Animes und Mangas verbracht habe. Ich glaube für jeden, der dafür kein Verständnis hat, ist es der schlimmste Ort der Welt. Für alle diejenigen, die sich nur ein bisschen damit auseinander gesetzt haben, ist es paradiesisch. Ich will gar nicht so viele Worte darüber verlieren, denn ich kann dem Wahnsinn niemals gerecht werden. Die Cosplays, die Videospiele, die Musik, der japanische Teegarten, das Go-Haus…
Es ist der Ort, an dem jeder echte Nerd sich mal so richtig geil fühlen kann, denn die haben dort für die Dauer der Messe das Sagen. So lange du nicht weißt was der Unterschied zwischen Shōjo- und Shōnen-Mangas sind, hast du hier gar nichts zu melden. Und hey: Das ist auch mal gut so. Ich bin auf jeden Fall wie ein kleines Mädchen von Stand zu Stand gerannt und war auf jede neidisch, die als Sailor Moon gecosplayed hat.

Processed with VSCO with hb2 preset

Ich mit Katzenohren, bevor mir wieder eingefallen ist dass ich ein erwachsener Mensch bin

Und dann? Dann geht man irgendwann wieder nach Hause, fragt sich, was man den ganzen Tag überhaupt gemacht hat und schläft todmüde in Klamotten ein.

Achja. Und ein paar Rezensionen hab ich auch noch geschrieben:
http://www.leipziglauscht.de/index.php/2016/03/20/junge-autoren-david-wozniak-im-gespraech/
http://www.leipziglauscht.de/index.php/2016/03/21/aus-liebe-zur-literatur/
http://www.leipziglauscht.de/index.php/2016/03/22/comics-fuehlen/

Advertisements
Einsortiert unter:Bericht, Leipzig

About the Author

Veröffentlicht von

Mitteljung, mittelbegabt, mittelwitzig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s